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Urbane Potenziale und Strategien in metropolitanen Territorien

 

Das Projekt baut auf einer vergleichenden Betrachtung von drei Fallstudien auf: Limmatplatz-Wiedikon (Stadtquartier), Oerlikon-Flughafen (suburbanes Gebiet) und Richterswil-Freienbach (periurbane Zone). Es werden sieben Kriterien zur Beschreibung von urbaner Qualität generiert: Zentralität, Zugänglichkeit, Brauchbarkeit, Adaptierbarkeit, Aneignung, Diversität und Interaktion.

Projektbeschrieb (abgeschlossenes Forschungsprojekt)

Die derzeitige politische Ausgangslage und das anhaltende Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum in der Schweiz bieten eine grosse Chance, neben der Optimierung auch die Qualifizierung des urbanen Bestandes in Angriff zu nehmen. Im Jahr 2005 beauftragte der Bundesrat das Bundesamt für Raumentwicklung ARE mit der Erarbeitung des Raumkonzepts Schweiz, welches seit Anfang 2013 in überarbeiteter Fassung vorliegt. Das Raumkonzept setzt wichtige strategische Schwerpunkte für die zukünftige räumliche Entwicklung der Schweiz: Die Förderung grenzüberschreitenden Denkens und Handelns in funktionalen Räumen, die verbesserte Koordination zwischen Siedlungs-, Landschafts- und Infrastrukturentwicklung und insbesondere die konsequente Lenkung der Siedlungsentwicklung auf bereits bebaute Gebiete.

Das Forschungsprojekt leistet einen qualitativen Beitrag zur aktuellen Stadt- und Raumentwicklungsdebatte in der Schweiz und unterscheidet dabei nicht nach den Kategorien städtisch, suburban oder periurban, sondern entlang von ausgewählten urbanen Qualitäten, die sich aus zahlreichen Untersuchungen konkreter Fallbeispiele herauskristallisiert haben. Diese dienen als Analyseraster zur Betrachtung von urbanen Konfigurationen und bieten auch eine Hilfestellung für die Transformation und die Qualifizierung des urbanen Bestandes. Denn gerade in der Schweiz stellt sich gegenwärtig die dringliche Frage, wie urbane Qualitäten und Potentiale auch ausserhalb der historischen Kernstädte – etwa im Agglomerationskontext – erkannt und gefördert werden können.

Folgende Erkenntnisse sind zentral:

  • Der Urbanitätsbegriff muss im Kontext der zeitgenössischen Stadtregion neu formuliert und an veränderte Rahmenbedingungen angepasst werden. Eine Orientierung zeitgenössischer räumlicher Entwicklungen an historischen Stadtvorstellungen entspricht nicht mehr den heutigen sozioökonomischen und politischen Realitäten.
  • Urbanität ist ein gradueller Begriff, der sich aus der Überlagerung bestimmter urbaner Eigenschaften resp. Qualitäten ergibt. Eine aktualisierte Auswahl solcher urbaner Qualitäten kann als Verständigungsgrundlage in Planungs- und Bauprozessen sowie als Basis zur Entwicklung konkreter städtebaulicher Strategien und Massnahmen dienen.
  • Urbane Qualitäten ergeben sich aus der Kombination städtebaulicher und sozialräumlicher Aspekte. Um sie gezielt zu fördern, braucht es die Abstimmung von Strategien und Massnahmen aus unterschiedlichen Fachgebieten sowie entsprechende Absprachen hinsichtlich der Prioritäten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
  • Die Bewertung aktueller Zustände sowie die Definition von Zielen und Kriterien für die zukünftige räumliche Entwicklung müssen in Bezug zu deren normativen Grundlagen diskutiert werden. Eine transparente Auseinandersetzung mit Wert- und Zielkonflikten ist als fester Bestandteil des Planungs- und Entwurfsprozesses zu begreifen.

Originaltitel

Urbane Potentiale und Strategien in metropolitanen Territorien - Am Beispiel des Metropolitanraums Zürich

Projektleiter

  • Prof. Marc M. Angélil, Netzwerk Stadt und Landschaft (NSL), Departement Architektur, ETH Zürich
  • Prof. Kees Christiaanse, Netzwerk Stadt und Landschaft (NSL), Departement Architektur, ETH Zürich
  • Prof. Vittorio Magnago Lampugnani, Netzwerk Stadt und Landschaft (NSL), Departement Architektur, ETH Zürich
  • Prof. Christian Schmid, Netzwerk Stadt und Landschaft (NSL), Departement Architektur, ETH Zürich
  • Prof. Günther Vogt, Netzwerk Stadt und Landschaft (NSL), Departement Architektur, ETH Zürich

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

dipl. Arch. ETH Lukas Kueng Netzwerk Stadt und Landschaft (NSL)
Departement Architektur
ETH Zürich
8093 Zürich +41 44 633 68 37 kueng@arch.ethz.ch

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